Blog
4min. Lesezeit

Wetterschenkel am Fenster richtig reparieren oder austauschen

Geschädigter Wetterschenkel am Fenster
Wer alte Holzfenster und Türen instand setzt oder neue Bauteile vorbereitet, kennt die besonderen Herausforderungen dieser Aufgabe. Als Systemanbieter für Holzreparaturprodukte haben wir mit unseren Anwendern über die Jahre hunderte Fallbeispiele bearbeitet und auf unzähligen Baustellen unterstützt.

Dauerhaft, sicher und nach dem Stand der Technik

Heute befassen wir uns mit einem sehr wichtigen Bauteil – dem Wetterschenkel an Fenstern und Türen – auch bekannt als Wasserschenkel. Worauf müssen Sie als Handwerker bei Sanierung und Einbau von Wetterschenkeln achten? Warum macht eine saubere Verarbeitung den Unterschied zwischen langlebiger Fensterkonstruktion und zu frühem Feuchteschaden aus?

Finden Sie hier Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was Fenstern und Türen aus Holz besonders zusetzt  - ein kurzer Querschnitt

Oftmals finden Sie als Handwerker Fenster und Türen an Ihrer Baustelle in desolatem Zustand vor. Viele Schäden entstehen schlicht, weil über Jahre Dichtungen nicht gereinigt oder ersetzt wurden, Wasserabläufe verstopft waren und Beschichtungen nie nachgestrichen wurden.

Der Grad der Schädigung entscheidet oft darüber, ob diese Holzbauteile instand gesetzt können oder ausgetauscht werden müssen. Dabei kann ein frühzeitiges Eingreifen und eine gute Wartung das Schlimmste oftmals verhindern.

Worauf ist bei einer Schadeninspektion und Bestandsaufnahme besonders zu achten?

  • Feuchtigkeit und Fäulnis
    Über Jahre dringt über defekte Dichtungen und über Risse in der Beschichtung Feuchtigkeit ins Holz ein. Besonders betroffen sind oftmals Wetterschenkel, untere Rahmenbereiche, Falze rund um die Verglasung und Zapfenverbindungen zwischen Fensterrahmen und -flügel.
    Im fortgeschrittenen Stadium ist das Holz aufgequollen oder durch Holzfäule fast gänzlich zerstört.
  • Rissbildung in Lack und Beschichtung
    Wenn Holz arbeitet – durch Feuchte, Sonne und Temperaturwechsel – reißt die alte Beschichtung irgendwann auf. Besonders gefährlich sind Haarrisse an horizontalen Flächen wie den Wetterschenkeln. Wasser dringt ein, aber kann nicht mehr heraus – ein klassischer „Feuchtigkeitsstau“, bei dem die Fäulnis unbemerkt unter dem Lack beginnt.
  • Undichte Fugen und Glasanschlüsse
    Historische Holzfenster werden häufig mit klassischem Leinölkitt, einfachem Fensterkitt oder anderen spröden Dichtmassen. Diese reißen oder schrumpfen im Laufe der Jahre und werden undicht. Wasser dringt in den Falz ein und sammelt sich hinter dem Glas. Diesem Problem können Sie frühzeitig den Riegel vorschieben, indem Sie den alten Kitt durch elastische, dauerhafte Systeme wie DRY SEAL™ MP ersetzen.
  • Korrosion
    Bei historischen Gebäuden finden sich an den Fenstern oftmals Schrauben, Scharniere und Beschläge aus einfachem blankem Stahl, die nicht rostfrei sind. Rostende Scharniere werden schwergängig oder unbrauchbar. Im Rahmen einer professionellen Sanierung sollten daher auch diese Bauteile kontrolliert und ggf. gegen Edelstahlbeschläge getauscht werden.
  • Schlechte Wärmedämmung und Zugluft
    Viele ältere Fenster haben keine modernen Dichtungssysteme und sind schlecht isoliert. Wärmeverlust, Kondenswasser an kalten Glasrändern und Schimmelbildung an der Innenlaibung gehören zu den häufigsten Problemen. Bei Sanierungen lässt sich oft mit wenig Aufwand – etwa durch neue Dichtprofile – eine deutliche Verbesserung erzielen.
  • Fehlende oder beschädigte Wetterschenkel

    Kommen wir last but not least zum alten Wetterschenkel am Fenster. Dieser findet sich typischerweise verfault, abgebrochen oder nicht mehr dicht mit dem Rahmen verbunden.
    Seine Funktion – das Regenwasser kontrolliert ablaufen zu lassen – wird oftmals schon seit Jahren nur noch eingeschränkt erfüllt. Stattdessen dringt Wasser in das Holz ein – mit allen zuvor gelisteten Folgen.

Wetterschenkel am Fenster grafische Darstellung

Glossar – die kleine Begriffskunde

Wetterschenkel (auch: Wasserschenkel)

Der Wetterschenkel ist das geneigte Abschlussprofil am unteren Rand eines Fensterflügels oder -rahmens. Er sorgt dafür, dass Regenwasser kontrolliert abläuft und nicht in das Holz eindringt.

Moderne Wetterschenkel bestehen häufig aus Aluminium oder Holz mit Abdeckprofilen.

DRY SEAL™ MP

DRY SEAL® MP ist ein elastischer allround Dichtstoff für die Verkittung und Fugenabdichtung auf Holz, Stahl, Glas und Stein.

Als Fensterkitt und Dichtstoff in einem Produkt eignet sich DRY SEAL® MP  auch für das Auffüllen von Spalten, Fugen und Nagel-/ Schraubenlöchern.

Passstück

Das Passstück ist ein maßgefertigtes Stück Holz, das in eine Aussparung im beschädigten Holzteil eingesetzt wird, um fehlendes oder morsches Material zu ersetzen. Mit 2-Komponenten-Holzspachteln wie DRY FLEX® eingeklebt, werden sowohl Stabilität als auch Funktion des Bauteils wiederhergestellt. Dabei ist es wichtig, dass die Klebefuge mindestens 5 mm beträgt. 

Abbildungen Reparatur eines Wetterschenkel am Fesnster:  Holz ist ein lebendiger Werkstoff. Er nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Wird dieser natürliche Austausch behindert, sammelt sich Wasser in der Konstruktion und bildet den idealen Nährboden für Schimmel, Fäulnis und Bauschäden.

Die dauerhafte Lösung: Defekte Teilstücke oder kompletten Wetterschenkel mit DRY FLEX® oder BIO FLEX™ einkleben

Vorausgesetzt der Untergrund ist tragfähig und sauber vorbereitet, lassen sich der komplette Wetterschenkel oder auch defekte Teilstücke (mit Hilfe eines Passstücks) mit DRY FLEX® oder BIO FLEX™ einkleben. Diese Methode ist dauerhaft und in vielen Fällen die beste Lösung. Sie entspricht dem aktuellem Stand der Technik.

Vorteile der Klebemethode:

  • keine Schrauben nötig
  • elastische, stoßfeste Verbindung
  • vollständige Abdichtung gegen Feuchtigkeit
  • größtmögliche Reversibilität
  • maximaler Erhalt originaler Bausubstanz (kein Begradigungsschnitt, kein Bauteilersatz)
  • Lösung, die mit historischen Mitteln unmöglich ist, z.B. Hirnholzverklebungen
  • kostengünstig und langlebig

Damit wird der neue bzw. reparierte Wetterschenkel praktisch zu einem dauerhaften Bestandteil der Fensterkonstruktion.

Worauf ist beim Einbau von Teilstücken oder vollständigen Wetterschenkeln zu achten?

Beim Einbau von Teilstücken eines Wetterschenkels sind die Passstücke unter Einhaltung der Mindestfugenstärken zuzuschneiden. Neue Holzergänzungen werden ebenso wie komplett neue Wetterschenkel nach diesen relevanten Maßen vorbereitet:

  • Die Holzergänzung als Klebefuge mit DRY FLEX® muss mindestens 5 mm betragen.
  • Wichtig: Verbindungen und Brüstungsfugen müssen eine Schichtdicke von 10 mm haben.

Zur Schritt für Schritt Anleitung

Das richtige Material und Werkzeug

  • Multitool, Oberfräse
  • Oszillierende Säge
  • Mobile Tischkreissäge, Kappsäge
  • CNC-Fräsmaschine


Quellen:

Repair Care Deutschland: Arbeitsmethoden C2 – C2 Reparatur von beschädigtem Holz in Holzkonstruktionen durch den Einsatz von Holzlaminaten (Holzpassstücken) repair-care.de

DIN 18355 – Tischlerarbeiten / VOB/C, Abschnitt Fensteranschlüsse. https://vob-ausschreibung.de/abrechnung-bau-vob/einbau-fenster.php

WTA Merkblatt E-1-7 Holzergänzungen (nicht frei verfügbar = kostenpflichtig)

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mehr lesen?

Entdecken Sie hier die neuesten Entwicklungen, fundiertes Expertenwissen, Erfahrungsberichte von Profis und aktuelle Trends in der Holzinstandsetzung.

Aktuelle Meldungen
Repair Care auf der denkmal in Leipzig

Besuchen Sie uns auf der denkmal! Die Messe bringt Fachleute aus Handwerk, Restaurierung, Architektur und Denkmalpflege zusammen und gilt als wichtiger Treffpunkt der Branche. Besuchen ...

Aktuelle Meldungen
Online-Seminar Holzreparatur mit Experten

In diesem Webinar bieten wir Ihnen praxisorientierte Einblicke in drei wichtige Reparaturthemen aus der Praxis.  Repair Care – Remmers – Festool Online Seminar Reparatur von ...

Aktuelle Meldungen
Neu! Umwelt-Produktdeklarationen EPD

Was sind Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs)? Eine Environmental Product Declaration =  EPD ist ein unabhängig verifiziertes Dokument, das Einblick in die Umweltauswirkungen eines Produkts über seinen gesamten ...